Veröffentlichung Bericht «Hebammengeleitete Geburtshilfe im Kanton Bern»

14.01.2016

Der Regierungsrat hat den Bericht der Berner Fachhochschule zur «Hebammengeleiteten Geburtshilfe im Kanton Bern» am 09. Dezember 2015 zur Kenntnis genommen.

Handlungsfelder zur Förderung der Hebammengeleiteten Geburtshilfe im Kanton Bern

Die Berner Grossrätin Natalie Imboden reichte am 14.05.2013 die Motion «Hebammengeleitete Geburtshilfe im Kanton Bern» (126.2013) ein. Die Motion wurde am 14.08.2013 vom Grossen Rat als Postulat übernommen. Im Wesentlichen wird die Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern mit dem Postulat Imboden aufgefordert, die Entwicklung und Umsetzung eines klinischen hebammengeleiteten Geburtshilfeangebots zu unterstützen. Die Anliegen und Fragestellungen des Postulats sollten mittels eines Expertinnen- und Expertenberichts beantwortet werden. Die Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern beauftragte am 30. April 2015 die Berner Fachhochschule, Abteilung Geburtshilfe, mit der Erstellung dieses Berichts. Der Bericht wurde in der Zeit vom 1. Mai 2015 bis 30. September 2015 verfasst.

Als methodisches Vorgehen für den Bericht wurde eine narrative Literaturanalyse gewählt. Zudem bilden acht Interviews mit Expertinnen und Experten (Ärzteschaft, Hebammen und Standesvertreter) die Grundlage dieses Berichts. Die Autorinnen des Berichts kommen zum Schluss, dass das Modell der hebammengeleiteten Geburtshilfe ein zeitgemässes, effektives und sicheres Konzept ist und die Umsetzung eines solchen Modells auch im Kanton Bern Unterstützung finden sollte.

Folgender Handlungsbedarf wird für die Umsetzung einer hebammengeleiteten Geburtshilfe im Kanton Bern festgestellt:

1. Stärkung der akademischen und praxisorientierten Hebammenausbildung

2. Prüfung und Unterstützung von Pilotprojekten

3. Stärkung  der  öffentlichen  Information, Aufklärung  und  Unterstützung  schwangerer Frauen betreffend hebammengeleiteter Geburtshilfeangebote

4. Festlegung von auf Evidenz basierten Ein- und Ausschlusskriterien für eine hebammen- geleitete geburtshilfliche Versorgung

5. Förderung einer partnerschaftlichen, interdisziplinären Zusammenarbeit der Berufsver- bände und -gruppen

6. Entwicklung und Förderung einer gesicherten und standardisierten Datengrundlage zur Erfassung und Monitorisierung hebammengeleiteter Geburtshilfemodellen

7. Stärkung der frauenzentrierten geburtshilflichen Angebote von Spitälern mit hebam- mengeleiteten Geburtshilfemodellen