RESidents Perspectives Of Living in Nursing Homes in Switzerland (RESPONS)

Hintergrund


Pflegeheime sind zunehmend gefordert, die Qualität der Pflege zu prüfen und kontinuierlich weiterzuentwickeln. Gesetzgebung, professionelle Standards und die sich verändernden Ansprüche von Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohnern sowie deren Angehörigen verlangen nach einer hohen Pflegequalität.  

Dass die Einschätzungen und Wahrnehmungen zur Pflegequalität zwischen Fachpersonen und Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohnern variieren, ist bekannt, denn beiden liegen unterschiedliche Bewertungskriterien zugrunde: 

  • Fachpersonen bewerten die Pflegequalität häufig ausschliesslich mit Hilfe von objektiven Qualitätsindikatoren, wie die Häufigkeit von Stürzen, Dekubitus, Kontinenzverhalten, Mangelernährung, Schmerzen oder freiheitsbeschränkenden Massnahmen.
  • Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohner bewerten die Pflegequalität mit anderen Kriterien. Sie verknüpfen die Beurteilung der erlebten Pflegequalität mit Aspekten wie Zufriedenheit, Wohlbefinden und ihrer persönlich empfundenen Lebensqualität. Allerdings wurde ihre Sicht auf die Pflegequalität (subjektive Qualitätsindikatoren) bisher wenig systematisch erfasst.

Um ein umfassendes Bild der Pflegequalität zu erhalten, müssen beide Perspektiven und unterschiedliche Qualitätsindikatoren berücksichtigt werden.

Ziele der Studie


RESPONS gibt Bewohnerinnen und Bewohnern von Pflegeheimen eine Stimme. Pflegequalität soll anhand wichtiger alltäglicher Faktoren, welche die Lebensqualität und Zufriedenheit mit der Pflege beeinflussen, aufgezeigt werden. Die Sicht der Betroffenen unterstützt die Identifikation zentraler Faktoren für die Qualitätsverbesserung. Damit beschreibt RESPONS erstmalig umfassend die Sicht von Pflegeheimbewohnerinnen und –bewohnern zum Thema Pflegequalität.

Zusammenarbeit mit dem Institut für Pflegewissenschaft der Universität Basel


Die Studie RESPONS wird durch die Zusammenarbeit mit der SHURP-Studie (Swiss Nursing Home Human Resources Project) der Universität Basel zu einem umfassenden Verständnis der Pflegequalität beitragen und Zusammenhänge zu personellen, institutionellen und bewohnerspezifischen Charakteristika aufzeigen. Die Studie RESPONS erfasst die subjektive Pflegequalität aus der Sicht der Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen und setzt sie in Beziehung zu den Daten, die in der SHURP-Studie (Swiss Nursing Home Human Resources Project) erhoben wurden.

Link zur Website SHURP der Universität Basel

Teilnehmende Heime


Eine Zufallsstichprobe, nach Sprachregion und Heimgrösse geschichtet, wurde aus der SHURP Stichprobe gezogen. Im Juni 2014 wurde die Erhebungsphase in der Deutschschweiz beendet; im November 2014 konnte das letzte Heim in der Romandie befragt werden. In der Deutschschweiz wurden insgesamt 860 Interviews in 15 kleinen, 16 mittleren und 6 grossen Heimen durchgeführt. In der Romandie waren es 198 Bewohnerinnen und Bewohner aus 7 kleinen, 5 mittleren und einem grossen Heim. Total nahmen also 1058 Bewohnerinnen und Bewohner von Alters- und Pflegeheimen an der Studie teil. Leider war es nicht möglich, die Bewilligung des Kantons Tessin zur Durchführung der Studie zu erhalten.

Erhebungsinstrumente


In der Erhebung der Studie RESPONS wurden folgende Instrumente in Deutsch und Französisch eingesetzt:

Resident Quality of Life-Fragebogen von Kane et al. (2004) 
Das strukturierte Befragungsinstrument erfasst die Lebensqualität in 10 Dimensionen: Behaglichkeit, Anpassung der Umgebung, Privatsphäre, Bedeutende Aktivitäten, Freude am Essen, Autonomie, Sicherheit, Würde, Individualität und Beziehungen. Zudem werden die Zufriedenheit mit der Pflege und Betreuung und das emotionale Wohlbefinden berücksichtigt.

Care Dependency Scale
Mit der Pflegeabhängigkeitsskala werden 15 pflegerelevante Aspekte von Abhängigkeit in physischer, psychischer und sozialer Hinsicht abgebildet.

Cognitive Performance Scale (CPS)
Die CPS erfasst die kognitive Leistungsfähigkeit eines Menschen.

Auskünfte


Für weitere Auskünfte steht Ihnen Frau Prof. Dr. Sabine Hahn (Studienverantwortliche) per Mail gerne zur Verfügung.