Bachelor of Science in Pflege

Das Bachelorstudium Pflege bildet kompetente klinische Generalistinnen und Generalisten aus.

Die Bolognareform gliedert das Studium in zwei Stufen mit einem Bachelor- und einem Masterabschluss. Es baut auf den Vorkenntnissen der Studierenden auf und ist vorwiegend generalistisch ausgerichtet. Ziel ist die Berufsbefähigung der Absolvierenden.

Auf dem Bachelor baut der Masterstudiengang Pflege auf.

Pflege ist eine angewandte Wissenschaft mit Lehre, Forschung und Dienstleistung. Sie basiert auf wissenschaftlichem und fachlichem Wissen sowie auf der Erfahrung der Pflegefachleute. Sie hat das konfessionell dominierte Krankenpflegewesen des 19. und den bürgerlichen Frauenberuf «Krankenschwester» des 20. Jahrhunderts abgelöst.

Bestmögliche Behandlungs- und Betreuungsergebnisse erreichen
Pflege fördert und erhält Gesundheit, beugt gesundheitlichen Schäden vor und unterstützt Menschen in der Behandlung und im Umgang mit Auswirkungen von Krankheiten und deren Therapien. Dies mit dem Ziel, für betreute Menschen die bestmöglichen Behandlungs- und Betreuungsergebnisse sowie die bestmögliche Lebensqualität in allen Phasen des Lebens bis zum Tod zu erreichen.

Professionelle Pflege umfasst Aufgaben

  • zur Gesundheitserhaltung und -förderung sowie zur Prävention
  • bei akuten Erkrankungen
  • während der Rekonvaleszenz und Rehabilitation
  • in der Langzeitpflege
  • in der palliativen Betreuung

Pflegefachleute erfassen gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten die Ressourcen und den Pflegebedarf, setzen Ziele, planen und führen Interventionen durch und evaluieren die Ergebnisse. Indem sie sich den betroffenen Menschen sorgend zuwenden und einfühlsam Anteil nehmen, können diese ihre Ressourcen voll entfalten, um die gemeinsam festgelegten Ziele zu erreichen.

Richtet sich an alle
Pflege richtet sich an Menschen in allen Lebensphasen: an Kranke und Gesunde, an Behinderte, Angehörige, Familien, andere Gruppen und Gemeinden. Sie bezieht physische, psychische, soziale, spirituelle, kulturelle, alters- und geschlechtsbezogene Aspekte mit ein und berücksichtigt ethische Richtlinien.

Eignung für den Beruf

In der Pflege sind Persönlichkeiten mit Sozial- und Selbstkompetenz, mit guten Reflexions- und analytischen Fähigkeiten sowie hoher Belastbarkeit gefragt.

Für das Studium der Pflege geeignete Frauen und Männer

  • verfügen über eine sehr gute Beobachtungsgabe;
  • gehen gerne auf andere Menschen zu, sind kontaktfreudig;
  • haben gute kommunikative Fähigkeiten;
  • verfügen über ein hohes Mass an Verantwortungsgefühl;
  • sind fähig, mit unterschiedlichen Menschen, mit Angehörigen anderer Berufe und Kulturen zusammenzuarbeiten;
  • verfügen über gutes Vorwissen in naturwissenschaftlichen und biologischen Fächern;
  • sind bereit, in einem institutionellen Rahmen zu arbeiten und administrative Tätigkeiten mit Sorgfalt zuverlässig auszuführen.

Aufgaben

Pflegefachleute bieten ein breites Angebot an Gesundheitsdienstleistungen an. Sie gehen gezielt auf die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten sowie deren Familien ein und handeln wissenschaftlich fundiert. Als interdisziplinäre Partner arbeiten sie mit anderen Berufsgruppen zusammen.

Mit Menschen arbeiten
Pflegefachleute brauchen grosse Leistungsbereitschaft. Sie sind belastbar und clever, denken kritisch, stellen sich Herausforderungen und vertreten selbstbewusst ihre Kenntnisse, Fähig- und Fertigkeiten. Die Kombination aus wissenschaftlichem Denken und praktischer Anwendung im intensiven Kontakt mit Betroffenen macht die Pflege zu einer sinnstiftenden und befriedigenden Tätigkeit.

Verantwortung übernehmen
Absolventinnen und Absolventen des Bachelorstudiums Pflege erwerben fundierte Kenntnisse, Fähig- und Fertigkeiten in den Kernkompetenzen der professionellen Pflege. Nach der Ausbildung erledigen sie aussergewöhnliche, komplexe und anspruchsvolle Pflegeaufgaben, übernehmen die fachliche Führung in der Pflegepraxis und sind kompetente Partnerin oder Partner im multiprofessionellen Team.

Klinische Arbeit mit Patientinnen und Patienten
Situationen einschätzen

  • Einschätzung/Assessment aufnehmen
  • Bedingungs- und Situationsanalyse vornehmen
  • Körperlichen und psychischen Zustand systematisch, verlässlich und korrekt erfassen und beschreiben
  • Abweichungen und Störungen erkennen
  • Probleme, Fähigkeiten, Prioritäten und Pflegebedarf bestimmen
  • Systematisch, kritisch und mit erweitertem Blickwinkel analysieren und evaluieren

Beispiele: Schulungsbedarfs eines zuckerkranken Menschen einschätzen, im Gespräch und durch körperliche Untersuchung die Ursachen einer Leistungsschwäche feststellen, mit einer Patientin ein Schmerzassessment durchführen und beurteilen.

Interventionen planen

  • Ziele setzen
  • Auswahl und Durchführung der passenden Massnahmen basierend auf Wissenschaft, klinischer Erfahrung und Präferenzen, Fähigkeiten und Prioritäten der Patientinnen und Patienten
  • fundiert argumentieren

Beispiele: Mit dem Patienten resp. der Patientin die zu erreichenden Ziele festlegen, eine Literaturrecherche durchführen, Massnahmen aufgrund der genauen Problembeschreibung, der Erkenntnisse und der zu erreichenden Ziele korrekt auswählen und die Zielsetzungen mit Kolleginnen und den Zielen anderen Gesundheitsberufen koordinieren und absprechen.

Massnahmen durchführen

  • „State-of-the-art“ Intervention durchführen
  • Präventive Massnahmen ergreifen

Beispiele: Schmerzmanagement mit chronischen Schmerzpatienten besprechen und eine neue Planung erstellen, eine Dekubitus-Patientin regelmässig umlagern und Wundmanagement durchführen, einer zuckerkranken Patientin und ihrer Familie die Injektion von Insulin lehren.

Evaluieren
Die erbrachten Leistungen werden pflegespezifisch, aber auch im Kontext der interdisziplinären Zusammenarbeit evaluiert und die Zweckmässigkeit, Wirtschaftlichkeit und Wirksamkeit der Bemühungen überprüft. Die Situationen laufend neu einschätzen und die Massnahmen entsprechend anpassen.

Beispiele: Überprüfen, ob die Schmerztherapie ausreichend wirksam ist, ob die richtigen Probleme beschrieben wurden, ob effiziente und wirksame Massnahmen ausgeführt wurden. Den Behandlungspfad der Schmerzpatienten analysieren und die Absprache unter den beteiligten Berufsgruppen optimieren

Arbeit mit Gruppen und im Team
Pflegende arbeiten in und mit Gruppen. Dabei kann es sich sowohl um Patientengruppen wie auch Arbeitsteams einer Organisation handeln.

Beispiele: Ein Gespräch zur Planung oder Evaluation der Pflege (Fallbesprechung) leiten, Kolleginnen und Kollegen anleiten und beraten, mit der Familie eines sterbenden Patienten den anstehenden Trauerprozess besprechen, dem Lebenspartner die zu Hause durchzuführenden Pflegemassnahmen erklären, Patientengruppen beraten, schulen, das Selbstmanagement unterstützen und bei Verhaltensänderungen begleiten.

Aufgaben in der Öffentlichkeit
Information zu Themen der Pflege

  • Die Sicht der Pflege in öffentlichen Diskussionen einbringen
  • Innovationen bekannt machen und positionieren
  • Einstehen für die Interessen der Patientinnen und Patienten sowie der Pflege
  • Gesundheitliche Chancengleichheit fördern
  • Sich für eine wirkungsorientierte Pflege einsetzen

Arbeitsfelder und Einsatzorte

Mögliche Arbeitsgebiete nach dem Studienabschluss stellen sich entsprechend vielfältig dar. Sie haben aber einiges gemeinsam: Pflege arbeitet immer mit Menschen. Hier ein paar Beispiele für Arbeitsorte und Einsätze in der Pflege:

Öffentliche Organisationen

  • Akutspital
  • Psychiatrie
  • Pflegeheit (Langzeitpflege)
  • Berufsschulen/Fachhochschulen im Gesundheitswesen (Bildung und Beratung, Forschung und Lehre)
  • Schulen (Schulgesundheitsdienst)
  • Verbände
  • Gemeinde/Ämter
  • Ambulante Pflege, Ambulatorien (Spitalexterne Pflege, Wohnheim / betreutes Wohnen, Beratungsstellen, Stiftungen)
  • Prävention
  • Institutionen der Rehabilitation
  • Sterbehospize und Palliativstationen
  • humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit
  • Spitex

Private Organisationen

  • Gesundheitszentren, HMO
  • Krankenversicherungen
  • Medizinalproduktehersteller
  • Betriebe (z.B. Mitarbeit in der betrieblichen Gesundheitsförderung)
  • Selbstständige spitalexterne Pflege oder Beratung