Der Traum vom eigenen Forschungsprojekt


Barkeeper oder Pflegefachmann? – Diese beiden Berufe rangierten einst zuoberst auf Christoph Golz’ Liste der Traumberufe. So unterschiedlich sie auch sind – gemeinsam ist ihnen die Arbeit mit Menschen. Ein Glück, mag man aus heutiger Sicht sagen, hat sich Christoph Golz für Letzteren entschieden. Christoph Golz, der sein Abitur an der Deutschen Schule in Japan absolvierte, blickt bereits auf zahlreiche Stationen in der Welt der Pflege zurück. Er hat sich ein grosses pflegepraktisches und -wissenschaftliches Fundament erarbeitet. 

Nah an den Patientinnen, Patienten und ihren Angehörigen

2012 schloss Christoph Golz den Bachelor of Science in Pflege an der Berner Fachhochschule BFH ab. Während des Bachelorstudiums eignete er sich in Vorlesungen und in Praxiseinsätzen – vorzugsweise in der Akutgeriatrie – sowohl theoretische Kenntnisse als auch das notwendige Pflegehandwerk an. «Der enge Austausch mit den Patientinnen, Patienten und ihren Angehörigen bestärkten mich in meiner Berufswahl», sagt Christoph Golz. Als grössten Lohn habe er jeweils ihre Dankbarkeit empfunden. Überdies erwachte bereits während des Bachelorstudiums der Gefallen an der Wissenschaft. «Ich entdeckte, wie wichtig Pflegeforschung für die Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung ist.»

Eine grosse Verantwortung

Heute verbindet Christoph Golz Pflegepraxis und Pflegewissenschaft. Er begann 2015 als wissenschaftlicher Assistent in der angewandten Forschung und Entwicklung Pflege an der BFH. Seit 2017, nach Abschluss des Master of Science in Pflege ist er dort als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig. Im Projekt «Strategie gegen den Fachkräftemangel in den Gesundheitsberufen» nimmt der 28-Jährige die Funktion des Projektkoordinators ein. «Ich koordiniere das ‘Competence Network Health Workforce’, bestehend aus den verschiedenen Projektpartnern, Stakeholder und inter-/ nationalen Expertinnen und Experten. Ausserdem mache ich, gemeinsam mit der Projektleitung, die Öffentlichkeitsarbeit», erläutert Christoph Golz. Er trägt damit eine grosse Verantwortung, denn im Forschungsprojekt arbeiten fünf Fachhochschulen Gesundheit aus verschiedenen Sprachregionen der Schweiz zusammen. Derweil wirkt er auch bei der Datenerhebung und -analyse in verschiedenen Projekten mit – beispielsweise bei der Entwicklung von wirksamen Massnahmen zur Reduktion von Arbeitsbelastung, «wodurch ich immer noch im Kontakt mit der Praxis bin».

«Einmal mein eigenes Forschungsprojekt durchführen»

Als Pflegeforscher hat Christoph Golz vorerst seine Berufung gefunden: «Zu sehen, dass die Erkenntnisse der Pflegeforschung in der Gesundheitsversorgung vieles bewirken können, motiviert ungemein.» Nichtsdestotrotz beschäftigt er sich auch mit der Zukunft. «Dass der Pflegeberuf noch ganz viele weitere Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten bietet, vermittelt mir Sicherheit», äussert er. Aus aktueller Sicht reizt es ihn besonders, eine Dissertation abzuschliessen um «einmal mein eigenes Forschungsprojekt durchführen zu können».