Bachelor of Science Hebamme

Hebammengeburtshilfe ist eine Hochschuldisziplin, die über wissenschaftliche Grundlagen verfügt. Als Beruf verlangt sie zugleich eine hohe Handlungskompetenz.

Die Bolognareform gliedert das Studium in zwei Stufen mit einem Bachelor- und einem Masterabschluss. Es baut auf den Vorkenntnissen der Studierenden auf und ist vorwiegend generalistisch ausgerichtet. Ziel ist die Berufsbefähigung der Absolvierenden.

Definition „Hebamme“ des Internationalen Hebammenverbandes (ICM) 2005
Die Hebamme ist eine verantwortungsbewusste, zuverlässige professionelle Fachperson, die partnerschaftlich mit Frauen zusammenarbeitet und ihnen die erforderliche Unterstützung, Betreuung und Beratung während Schwangerschaft, Geburt und im Wochenbett gewährt. Sie leitet eigenverantwortlich die Geburt und betreut das Neugeborene und den Säugling. Die Arbeit der Hebamme umfasst präventive Massnahmen, die Förderung der normalen Geburt, das Erkennen von Komplikationen bei Mutter und Kind, die Gewährleistung notwendiger medizinischer Behandlung oder anderer angemessener Unterstützung sowie die Durchführung von Notfallmassnahmen.
Die Hebamme hat eine wichtige Aufgabe in der Gesundheitsberatung und Gesundheitsförderung sowohl für Frauen und deren Familien als auch innerhalb der Gesellschaft. Diese Arbeit soll vor der Geburt beginnen, die Vorbereitung auf die Elternschaft einbeziehen, wie auch Hinweise zur Gesundheit, Sexualität und zur Entwicklung des Kindes beinhalten.

Ein Beruf mit Tradition und Innovation
Zukünftige Studierende sind bereit einen alten und geachteten Beruf zu erlernen. Während Jahrhunderten war Geburtshilfe in den Händen von Frauen. Diese stützten sich auf traditionelles Wissen ab. Heute umfasst Hebammengeburtshilfe das von Generation zu Generation weiter vermittelte Wissen sowie Forschungsergebnisse aus den eigenen und verwandten Fachgebieten. Für die Betreuung rund um die Mutterschaft sind Hebammen, wie dies auch der internationale Hebammenverband (ICM) bezeichnet, die am besten geeigneten Personen, um Frauen und deren Familie während Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit zu betreuen.

Zur Gesundheitsversorgung beitragen
Die Tätigkeit der Hebamme beinhaltet einen wesentlichen Beitrag zur Gesundheitsversorgung, den Berufsangehörige selbstständig oder in enger Zusammenarbeit mit anderen Gesundheitsfachpersonen erbringen. Hebammen bestärken die betroffen Personen, Verantwortung für die Planung des Weges in die Mutterschaft und Elternschaft zu übernehmen und ihre Gesundheit zu erhalten. Sie üben ihren Beruf in Spitälern, in Geburtshäusern, Beratungsstellen, bei der Frau zu Hause sowie in Institutionen des Sozial- und Erziehungswesens aus. Der Abschluss ist zugleich Grundlage für mögliche Nachdiplomstudien oder eine eventuelle Masterausbildung

Aufgaben

Hebammen bestärken Frauen
Hebammen unterstützen Frauen und Paare darin, Verantwortung für die Planung und den Weg in die Mutter- und Elternschaft zu übernehmen. Im Idealfall begleitet die Hebamme eine Klientin und deren Familie kontinuierlich, integriert deren individuellen und kulturellen Vorstellungen in die Betreuung und berücksichtigt ethische Grundsätze.

Hebammen bieten Sicherheit für die Mutter, das Kind und die Familie
Die Hebamme wacht über den normalen Verlauf von Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit. Sie gewährleistet die Überwachung, führt diagnostische Untersuchungen durch, wertet deren Ergebnisse aus und leitet Massnahmen daraus ab. Die Hebamme arbeitet selbstständig, erfasst Risikosituationen frühzeitig und zieht entsprechende Fachleute bei. In unvorhersehbaren kritischen Situationen führt sie Notfallmassnahmen bis zum Eintreffen der Fachpersonen durch und betreut die Klientin weiter in Zusammenarbeit mit den fachärztlichen Personen.

Hebammen beraten Mütter, Väter, Eltern umfassend
Die Hebamme steht ihrer Klientin und deren Familien beratend oder anleitend zur Verfügung. Die rasche Kontaktaufnahme und Beziehungsgestaltung mit der werdenden Familie basiert auf partnerschaftlichen Grundsätzen. Die Hebamme erklärt und informiert verständlich, damit die Klientin informiert über ihre Betreuung entscheiden kann.

Hebammen leisten einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsförderung

Der ressourcenorientierte Betreuungsansatz von Hebammen stellt die Gesundheit von Mutter, Kind und Familie ins Zentrum.

Hebammen arbeiten professionell
Hebammen handeln reflektiert mit hoher Personal-, Sozial-, Fach- und Methodenkompetenz und arbeiten mit nachgewiesen wirksamen Methoden.

Einsatzorte und Arbeitsfelder

Eine Hebamme kann ihren Beruf als Angestellte einer Institution, als Beleghebamme oder als freiberufliche Hebamme ausüben.

Mögliche Einsatzorte

  • Öffentliche und private Spitäler/Kliniken
  • Geburtshäuser
  • Private Haushalte
  • Hebammensprechstunden / Praxen
  • Beratungsstellen
  • Institutionen im Bildungswesen

Mögliche Arbeitsfelder
In der Schwangerschaft führt die Hebamme Schwangerschaftskontrollen und -beratungen durch, bietet Geburtsvorbereitungskurse an und bereitet die Frau und deren soziales Umfeld auf die Elternschaft vor.

Bei der Geburt begleitet, betreut und überwacht die Hebamme das Geburtsgeschehen. Sie betreut die Frau und deren Familie ganzheitlich und kontinuierlich.

Im Wochenbett begleitet die Hebamme die Familie beim Übergang in die Elternschaft. Sie überwacht und betreut das Neugeborene und die Wöchnerin. Sie fördert das Stillen und berät bei Fragen zur Ernährung von Mutter und Kind. Sie bietet Kurse für Rückbildungs- und Beckenbodentraining an.

Bei Risiken und in Krisensituationen betreut die Hebamme die Frau, deren Kind und Familie in Zusammenarbeit mit weiteren Fachpersonen. Sie steht in kontinuierlichem Kontakt mit dem ärztlichen Dienst. Bei Komplikationen kann sie so jederzeit eine Ärztin oder einen Arzt beiziehen.

Die Hebamme berät in Fragen zur Familienplanung, pränatalen Diagnostik, sexuellen Gesundheit und zur Früherkennung von psychischen Erkrankungen im Zusammenhang mit der Mutterschaft.

Mit mehrjähriger Berufserfahrung und einer fachspezifischen und pädagogischen Weiterbildung können Hebammen als Dozierende in der Ausbildung für Hebammen tätig sein.

Hebammen mit mehrjähriger Berufserfahrung und entsprechender Weiterbildung können als Forscherinnen in ihrem Fachgebiet tätig sein oder Leitungs- und Managementaufgaben übernehmen.