Kundenmagazin FREQUENZ

FREQUENZ 2/2016 - Dezember 2016


Liebe Leserin, lieber Leser

Komplexität, Individualität, Multidimensionalität – das sind typische Schlagwörter der Gegenwart. Sie wiegen schwer, umfassen vieles und widersprechen dem, was wir uns bisweilen wünschen: eindeutige Erklärungen, Pauschalrezepte, ein Lösungsweg pro Fragestellung. Dahingehend beeinflussen sie auch die Gesundheitsberufe: Einem Krankheitsbild kann heute selten aus nur einer Perspektive begegnet werden. Vielmehr müssen Expertinnen und Experten verschiedenster Fachrichtungen des Gesundheitswesens sowohl untereinander als auch mit der Patientin, dem Patienten, deren Angehörigen und Fachpersonen ausserhalb des Gesundheitswesens zusammenarbeiten, um die Versorgungsqualität zu gewährleisten.
Unsere Studierenden werden also in einem interprofessionellen Umfeld tätig sein. Folglich ist es Zeit, Interprofessionalität in den Fokus des Kundenmagazins «frequenz» zu stellen. Dabei zeigt sich: Die Stadien ihrer Umsetzung sind divers – sowohl in der Praxis als auch in der Ausbildung.
In der Rehaklinik Bellikon (S. 19) ist die interprofessionelle Zusammenarbeit verschiedenster Expertinnen und Experten an der Tagesordnung. Interprofessionelle Ernährungsteams gewinnen an Bedeutung (S. 16). Dagegen stellt ein Beitrag aus der Perspektive der Geburtshilfe fest, dass im Kontext von Gesundheit und Armut die Zusammenarbeit aller Beteiligten während der Schwangerenvorsorge noch Entwicklungspotenzial hat (S. 12).
Die Berner Fachhochschule will die angehenden Gesundheitsfachpersonen während ihres Studiums auf die zunehmend interprofessionell funktionierende Praxis vorbereiten. Zurzeit läuft deshalb am Fachbereich Gesundheit das Grossprojekt «Curriculum 2020», mit dem Interprofessionalität systematisch in der Ausbildung verankert wird. Welche interprofessionellen Kompetenzen werden die Absolventinnen und Absolventen des «Curriculum 2020» mitbringen? Was bedeutet das «Curriculum 2020» für die professionsspezifischen Selbstverständnisse? Zu diesen Fragen nehmen Theresa Scherer, interne Projektkoordinatorin, und Ursula Schwager, externe Projektleiterin, Stellung (S. 5). In ihrer Vielfalt vermitteln die Beiträge einen Eindruck davon, was gelebte Interprofessionalität heisst: Miteinander arbeiten, voneinander lernen, aneinander wachsen.

Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre.

Prof. Eugen Mischler
Leiter Fachbereich Gesundheit a. i.

 

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